Das Labyrinth - Geschichten und Geschichte über ein uraltes Symbol
(1) Ein Platz, wo das Licht stirbt und wiedergeboren wird
In den 90er Jahren auf unserer Segelreise im hohen Norden und um den nördlichsten
Punkt Europas begegneten wir immer wieder heiligen Plätzen der Sami
und Spuren der Menschen, die da schon vor tausenden von Jahren gelebt
hatten. Unter anderem suchten wir auf der sturmumtosten Halbinsel
Slettnes nach einem alten Labyrinth, das vor langer Zeit aus kopfsteingrossen
Steinen
gebaut wurde. Mit einer handgezeichneten Karte eines freundlichen
Mitarbeiters des kleinen Ortsmuseums in Gamvik machten wir uns auf die
Wanderung in
eine wilde, weglose Landschaft.....wir fanden den Ort, gelegen an
einer kleinen Bucht. Das Labyrinth war überwachsen und kaum mehr identifizierbar.
Es ist ein Ort, wo wir eine Ahnung des Gefühls erfahren, das den
dort lebenden Menschen bewegt, der den Lauf der Sonne verfolgt, einer Sonne,
die den dort lebenden Wesen im Sommer alle Lebenskraft des Jahres bringt,
nie untergeht und sich dann in immer enger werdenden Kreisen um sie dreht
bis sie wieder im Meer versinkt, früher und früher und eines
Tages für immer. Dann herrscht nur noch das Licht der ewig kreisenden
Sterne des Himmels.
Das Labyrinth hier als Ritualort des Übergangs vom Licht in die Finsternis
und zurück ins Licht, vom Licht der Sonne, das uns dort im Norden
im Sommer immer leuchtet und alles irdische Unverborgen lässt zum „Licht“ der
Nacht, von stetig sich verändernden Kreisen der hellen Sonne zum Kreisen
der Sterne des Alls, das uns weit werden lässt und eins mit der Unendlichkeit.
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